Ein Experiment

Nur Dinge, die man am eigenen Leibe erfährt, bleiben haften. Deshalb machen Sie bitte folgendes: Gehen Sie in die Küche und nehmen eine Gabel in die Hand. 2Legen Sie die Spitzen der Gabel dort an, wo die Zähne 31 und 41 ins Zahnfleisch übergehen. Es sind die beiden vordersten Schneidezähne – unten. 3 Drücken Sie die Gabelspitzen gegen das Zahnfleisch. Zunächst leicht, dann etwas fester und dann so fest dass es weh tut. Den Versuch beenden Sie nach zehn Sekunden, bevor sich das Zahnfleisch anämisch weiß verfärbt. Hören Sie hier mit dem Weiterlesen auf, sonst klappt das Experiment nicht – Und jetzt ab in die Küche.

Erst nach dem Experiment weiterlesen!

Und wie war’s? Angenehm? Oder unangenehm? Wenn es angenehm war, dann sind Sie ein Masochist und sollten sich eine Teleskop-Prothese gönnen – Eine wie auf der Startseite abgebildet – Sie kostete EU 11.000, abzüglich EURO 1.600 Festzuschuss von der Krankenkasse. Falls Sie kein Masochist sind, sondern erwartungsfroh Ihrem herausnehmbaren Zahnersatz entgegen sehen, sollten Sie bedenken, dass nicht immer alle Aussagen Ihres Zahnarztes zutreffen müssen. Sonst gäbe es die Zahlen nicht, die auch Sie von der Patientenbeauftragten der Bundesregierung erhalten, wenn Sie dort um Rat oder Hilfe bitten, wegen Ihrer Teleskop-Prothese, die sie wahnsinnig macht und krank. Nach dortigem Kenntnisstand beträgt die Verlustrate (= Totalschaden) bei herausnehmbarem Zahnersatz rund 6,5 Prozent und – Rund 10 Prozent der Zahnärzte weichen von diesen günstigen Werten stark ab und haben wesentlich höhere Verlustraten. Was sagt uns die Formulierung “wesentlich höher”? Nichts, außer dass andere Zahlen (realitätsnahe) zum Streik der Zahnärzte geführt hätten.

Gehen Sie nun zurück auf Beitrag 23 – “Auch Komorbid?“. Lesen Sie den bitte genau und dann Beitrag 29 – “Im Wandel der Zeit“. Anschließend besuchen Sie Ihren Zahnarzt (oder einen anderen) und fragen, ob er Einwände zu einem der Artikel hat. Falls er keine Einwände hat, beginnen Sie ab diesem Tag mit Ihrer “Chronologie” – Und wenn er Einwände hat, dann erst recht. Damit Sie zu jeder Zeit wissen, was mit Ihnen gemacht wurde und andere auch, z.B. Ihr Krankenversicherer. Solche Dinge können wichtig werden. Weil auch Ärzte zur Vergesslichkeit neigen. Besonders dann, wenn sie Fehler gemacht haben.