Prothetik – Poetik

Der Bär wird nach dem Tod gehäutet,
auch Menschen werden ausgebeutet.
Das klappt von Elbe bis zum Po
und funktioniert auch ganz gut – so:

Oh nein – sprach Zahnarzt Dr. Krücke,
zu dem Patienten – Diese Lücke
wird keinesfalls nur zugestopft,
weil damit nichts auf’s Konto tropft.

Speziell für Sie gibt’s Teleskope,
die kriegte neulich hier ein Pope,
der zu mir kam aus Griechenland,
mit ganz viel EUROs in der Hand.

Dem hab ich so ein Ding verhökert,
dabei hat er im Buch geschmökert,
was man als Zahnarzt heute hat,
Prothetisches auf jedem Blatt.

Der Pope hat nicht nur genickt,
der Gute war sogar entzückt,
als ich ihm obendrein versprach,
die funktionieren tausendfach.

Gesagt, getan, es kam der Tag,
an den ich mich erinnern mag.
Die erste Probe war beschissen,
der Pope biss vor Wut ins Kissen.

Doch ich beruhigte diesen Mann
und tat dann, was ich sehr gut kann.
Ich schliff mal rechts und dann mal links
mal krachte es, dann wieder ging’s.

Das Ding das klemmte, drückte,
zerrte, der Pope nur noch griechisch plärrte.
Bis ich ihm sagte, guter Mann,
das hört sich wie chinesisch an.

Da hat des Popen Faust gezuckt,
doch hab ich mich rasch weggeduckt.
Dabei das Kunstgebiss zerbrach,
mein Kommentar war sehr kurz – Ach.

Darauf der Pope – Was ist jetzt?
Jetzt ist der Dreck auch noch zerfetzt.
Die Antwort (meine): Großer Scheiß.
Die nächste gibt’s zum Sonderpreis.

Und die Moral von der Geschieht:
Hast’ ne Prothese im Gesicht, dann passt sie,
oder schnürt den Hals.
Dem Zahnarzt nützt sie jedenfalls.